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Medien Factsheet
Factsheet vom 03.03.2017 PDF

Münzen

Herkules

Die hier gezeigte Münze ist eines der fünf bekannten Exemplare des äusserst seltenen Silber-Scudo (einer grossen Münze mit einem Gewicht von ca. 33 Gramm), den Philipp II 1556 in der Mailänder Münzstätte hatte prägen lassen, um seine Inthronisierung als König von Spanien zu zelebrieren. Auf der Vorderseite der Münze ist die geharnischte Büste Philipps II. dargestellt. Auf der Rückseite ist Herakles zu erkennen, der auf den Schultern die Himmelssphäre trägt. Diese Darstellung umgibt die Legende “Ut quiescat Atlas” (“Damit Atlas ruhen möge”).


Die Darstellung und das Motto reflektieren den allegorischen Geschmack der Zeit; sie beziehen sich auf einen Mythos der griechischen Antike, spielen dabei jedoch gleichzeitig auf das grosse Ereignis jenes Jahres an: die Abdankung Karls V. und die Thronbesteigung seines Sohnes, Philipps II. Dem griechischen Mythos zufolge übernahm Herakles für Atlas die schwere Aufgabe, den Himmel zu tragen, damit jener im Garten der Hesperiden die goldenen Früchte pflücke, die Herakles Eurystheus zu überbringen hatte.  


Die Darstellung der ungeheuren Tat und die Umschrift spielen auf den modernen Herakles an, Philipp II, der die Last der Welt (des spanischen Reiches) auf seine Schultern nimmt. Sein müder Vater kann nun, nachdem er abgedankt hat und in ein Kloster eingetreten ist, ausruhen. Der Vergleich ist nur scheinbar übertrieben, wenn man bedenkt, dass über dem Reich Karls V tatsächlich “nie die Sonne unterging”, da dieses ausser Spanien und den Niederlanden einen grossen Teil Zentraleuropas und der italienischen Halbinsel umfasste, weiter Mexiko, ganz Zentralamerika und einen grossen Teil Südamerikas mit seinen riesigen Schätzen an Silber und Gold.

 

Tempel von Ephesos

Bei dieser Münze handelt es sich um einen Cystophoros (Bezeichnung einer Silbermünze im Wert von 3 Drachmen), der von der Münzstätte Ephesos während der Regierung des römischen Kaisers Claudius (41-54 n. Chr.) geprägt wurde

Die Vorderseite zeigt ein herrliches Porträt des Kaisers. Auf der Rückseite ist die Fassade eines Tempels dargestellt, in dessen Innerem man die Statue der ephesischen Diana erkennt. Die Umschrift DIAN EPH (Diana Ephesia) links und rechts der Darstellung ist erklärend. In Ephesos, einer grossen Stadt Ioniens (in der heutigen Türkei), stand einer der wichtigsten Kultorte der Antike.


Die Errichtung dieses antiken Heiligtums zu Ehren der Göttin Artemis (die von den Römern mit der Göttin Diana gleichgesetzt wurde) hatte im 7. Jahrhundert v. Chr., unter König Kroisos begonnen. Der riesige Bau – die Höhe der Säulen betrug 20 Meter – beherbergte eine berühmte Statue der Grossen Göttin. Das Artemision war prächtig geschmückt mit Werken der namhaftesten Künstler der Antike, Phidias und Polyklet, und galt als eines der sieben Weltwunder. Wie andere bekannte Tempel der Antike diente auch dieses Heiligtum in gewissem Sinne als Bank: in ihm waren nämlich Güter und Gelder aufbewahrt, die von öffentlicher wie von privater Hand hinterlegt wurden.